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3 Fragen an…

Manfred Rieger, Standortleiter und Geschäftsführer des Forschungs- und Entwicklungsbereiches von Takeda in Österreich, erklärt im ASCR-Format „3 Fragen an“, warum aspern Seestadt das ideale Ökosystem für Unternehmen darstellt, wie der Bau von Green Buildings durch japanische Gärten inspiriert sein kann und welches Konzept hinter dem „Labor der Zukunft“ steht.

Manfred Rieger, Standortleiter und Geschäftsführer des Forschungs- und Entwicklungsbereiches von Takeda in Österreich (c) Takeda Österreich

Warum hat Takeda seit mehr als 70 Jahren in Wien geforscht, und welche Gründe führten zur Auswahl der aspern Seestadt als zusätzlichen Standort?

Einer der Hauptgründe, warum wir in Wien auf 70 Jahre Forschungs- und Entwicklungsgeschichte mit Stolz zurückblicken können, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Talent. Wien hat traditionell ein sehr gutes Universitäts- und Hochschulsystem, das hervorragende Wissenschaftler*innen und Fachkräfte hervorgebracht hat. Eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität waren und sind immer noch Anziehungspunkte für Talente aus anderen Bundesländern,  aber auch aus Zentral- und Osteuropa, die in der Stadt Wurzeln schlagen wollen.

Wir haben die aspern Seestadt powered by Wien 3420 AG als Standort für unser Labor der Zukunft gewählt, weil sie uns die besten Voraussetzungen bietet, diese Talente anzuziehen und zu fördern. Es gibt eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr und eine optimale Infrastruktur mit Bildungs- und Sporteinrichtungen, Geschäften und Grünflächen. Das Gebäude wird so geplant, dass es als Total Quality Building (TQB) nach den Qualitätskriterien der Seestadt Aspern zertifiziert werden kann – das umfasst auch Kriterien, wie gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (was mit der U2-Station Seestadt gut erfüllt ist) und barrierefreie Zugänge. Elektroautos/-Räder können aufgeladen und rund 70 Räder überdacht abgestellt werden.

Darüber hinaus sehen wir wie der Bezirk sich zu einem Innovations- und Biotech-Hub in Wien entwickelt. Die Seestadt bietet das ideale Ökosystem für die Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen. Durch den Austausch von Know-how und Ressourcen strebt Takeda an, die Zusammenarbeit innerhalb der wissenschaftlichen Community zu fördern und auch dadurch den Fortschritt zum Wohle aller Patient*innen voranzutreiben.

Können Sie die Merkmale des geplanten Green Buildings erläutern, insbesondere im Hinblick auf den japanischen Garten?

Unsere Nachhaltigkeitsmerkmale machen dieses Projekt einzigartig. Wir verzichten auf die Verwendung von fossilen Energieträgern, da unser Gebäudekonzept eine Mischung aus Fern- und Erdwärme für die Klimatisierung vorsieht. Unseren Strombedarf decken wir durch Zukauf und Eigenerzeugung von Alternativenergien, wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft ab, weiters gibt es innovative Lösungen zur Energiereduktion, wie Abwärmerückgewinnung, Außenluftkühlung für Lüftungsanlagen, ein Gründach und indirekte Grundwassernutzung von eingeleiteten Regenabwasser, um unser Takeda Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Durch diese innovativen Betriebsformen unseres Gebäudes sparen wir bis zu 415 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein – das entspricht der Menge von 100 mit Erdgas beheizten Einfamilienhäusern.

In unserem Projekt erfüllen die Grünflächen eine Vielzahl an Funktionen. Die offenen Grüninsel und Terrassen werden wichtige Bereiche zum Nachdenken und Entspannen, zur Interaktion und zum Kontakt mit Kolleg*innen sein und erinnern an unsere japanischen Wurzeln. Bei der Gestaltung der Grünflächen ließen sich die Architekten und Landschaftsplaner von Takedas „Garden for Medicinal Plant Conservation“ in Kyoto (bzw. dem daraus abgeleiteten „Hirameki Garden of Inspiration“, einer virtuellen Darstellung der Takeda Unternehmensphilosophie) inspirieren. Diese Design-Entscheidung hat mit Ästhetik und der mehr als 240 Jahre langen Geschichte von Takeda zu tun, aber die Grünflächen sind auch ein Teil unserer Energiekonzepts. So z.B. wird unser Gründach auch zur Kühlung des Gebäudes und zur Filterung von Regenwasser beitragen.

Von besonderer Bedeutung ist auch die Gestaltung der außenliegenden Bewegungsflächen. Die Terrassen im 3. und 4. Obergeschoß sind durch einen überdachten, umlaufenden begrünten Korridor verbunden. So dass es den Kolleg*innen ermöglicht wird, sich leichter zwischen dem Innen- und Außenbereich zu bewegen und eine Abwechslung zur Arbeitsroutine zu erhalten.

Wie wird das ‚Labor der Zukunft‘ bei Takeda aussehen?

Das Labor der Zukunft ist ein Konzept, das die Gestaltung und Schaffung eines neuen Umfelds für schnellere, effizientere und kollaborative wissenschaftliche Arbeit ermöglicht. Unser zukünftiges Gebäude erfüllt die Anforderungen eines Labors der Zukunft, da es sehr Daten konzentriert, die Beschleunigung von Forschung & Entwicklung möglich macht, durch die immer effektivere Nutzung von Daten, Software- (einschließlich KI und maschinelles Lernen) und Automatisierungslösungen (einschließlich Robotik). Unser Projekt verfügt über ein flexibles und modulares Gebäudekonzept – ein so genanntes “ Ballroom“-Konzept – d.h. die Raumaufteilung in den Laborbereichen ist flexibel und kann einfach modular geändert werden, um diese hochkomplexen Räume unseren wechselnden Bedürfnisse anzupassen.

Das Gebäude wird eine Gesamtfläche von ungefähr 28.000 m2 aufweisen. Mehr als die Hälfte der Nutzfläche des Gebäudes dient unserer Kernkompetenz der Forschungs- und Entwicklungslabore, der Rest wird Büro-, Besprechungs- und Gemeinschaftsräumen, einer Cafeteria, inkl. einem modernen Konferenzbereich gewidmet, in dem wir uns mit der wissenschaftlichen Community und der Wiener Life-Science-Branche in Kontakt treten werden. Zudem wird es im Erdgeschoß ein Demo-Labor geben, das für Schulungszwecke von Schulen, Universitäten und Präsentationen von Firmen zur Verfügung steht.

In unserem neuen Gebäude werden wir unser langjähriges Know-how und unsere Erfahrung noch besser nützen können, um Arzneimittelinnovationen, von der Auswahl eines Produktkandidaten über alle präklinischen und klinischen Phasen bis zur Zulassung, zu entwickeln. All dies dank innovativer Technologien und effizienterer Zusammenarbeit schneller, besser, nachhaltiger und vorhersehbarer zu tun, ist für unsere Patient*innen von enormem Wert.

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Wiener Stadtteil erhöht Netzkapazitäten für mehr erneuerbare Energien mit Siemens-Software

  • Aspern Smart City Research (ASCR) beauftragt Siemens mit der Einführung der neuen Niederspannungssoftware LV Insights® X in aspern Seestadt in Wien
  • LV Insights® X, Teil des Siemens Xcelerator-Portfolios, ermöglicht es ASCR, einen digitalen Zwilling des Verteilnetzes zu erstellen und dieses flexibel zu managen

Siemens unterstützt Kunden weltweit weiterhin dabei, die Energiewende zu beschleunigen und hat kürzlich eine neue Niederspannungssoftware bei Aspern Smart City Research („ASCR“) in Wien eingeführt. Die Siemens-Software LV Insights® X ermöglicht es ASCR, das gesamte Niederspannungsnetz in aspern Seestadt, einem Stadtteil von Wien, zu visualisieren. aspern Seestadt ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa. Mithilfe eins digitalen Zwillings des Netzes kann ASCR kritische Abschnitte identifizieren, die nutzbare Kapazität des Netzes erhöhen und mehr erneuerbare Energien ohne zusätzlichen Netzausbau integrieren. Dies unterstützt die Maßnahmen zur weiteren Dekarbonisierung des Stadtteils.

„Datengestützte Erkenntnisse bilden die essenzielle Basis, um die wachsenden – und teilweise unvorhersehbaren – Herausforderungen im Stromnetz zu bewältigen und einen effizienten und zuverlässigen Netzbetrieb zu gewährleisten. In LV Insights® X sind wertvolle Einblicke und Analysen aus unserer langjährigen gemeinsamen Forschungstätigkeit mit der ASCR eingeflossen. Die ASCR ist ein Vorreiter auf dem Weg zu Netto-Null, und wir freuen uns, sie dabei zu unterstützen“, sagte Sabine Erlinghagen, CEO Siemens Grid Software.

„Die Nutzung dezentraler, erneuerbarer Energieressourcen ist wesentlicher Bestandteil für nachhaltige urbane Räume. Erhöhte Flexibilität und Transparenz sind der Schlüssel, um die Netzplanung und das Netzmanagement zu optimieren. Mit LV Insights® X können wir dies in aspern Seestadt auf ein völlig neues Niveau heben“, sagte Matthias Gressel, Geschäftsführer der ASCR.

LV Insights® X wurde im Juni 2023 auf den Markt gebracht und schafft die Grundlage für das flexible, anpassungsfähige und skalierbare Management von Niederspannungsnetzen. Auf Basis vorhandener Netzdaten kann die ASCR mit geringem Aufwand ein vollständiges digitales Abbild des Verteilnetzes erstellen und dieses dank echtzeitnaher Einblicke deutlich flexibler planen und betreiben. Die Software soll Verteilnetzbetreibern die Möglichkeit geben, die Ausfallzeiten, um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. LV Insights® X ist Teil von Siemens Xcelerator, einer offenen digitale Business-Plattform, die die digitale Transformation für Kunden einfacher, schneller und skalierbar macht.

LV Insights® X ist eine sofort einsatzbereite Lösung mit kurzer Implementierungszeit. Die Software verfügt über offene Standardschnittstellen, die über eine einfache Drag-and-Drop-Steuerung konfiguriert werden können. Mit diesem neuen und flexiblen Konzept fügt sie sich nahtlos in die bestehende Systemlandschaft ein.

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3 Fragen an…

Grundlagen für Wiener Wärmewende

Mit der „Raus aus Gas“-Strategie hat die Stadt Wien ein umfassendes Maßnahmenprogramm geschaffen, bis 2040 die Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle in der Wärmeversorgung zu überwinden. Thomas Kreitmayer, der als Programmkoordinator von „Raus aus Gas“ für die strategische Umsetzung verantwortlich ist, erzählt in „3 Fragen an“, wie Wien bis 2040 zur klimaneutralen Stadt werden will.

Könnten Sie uns die konkreten Schritte und Bausteine erklären, um dieses Ziel zu erreichen?

Wien hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 zur CO2-freien Klimamusterstadt zu werden. Da etwa 30 % der leitzielrelevanten Emissionen auf den Gebäudesektor zurückzuführen sind, ist es unerlässlich, diesen zu dekarbonisieren, sprich, die Wärmeversorgung auf emissionsfreie Technologien umzurüsten.

In Wien sind heute etwa 600.000 Haushalte von fossiler Energie abhängig. Der Großteil davon heizt mit Gasetagenheizungen auf Wohnungsebene. Mit dem Konzept Wiener Wärme und Kälte 2040 hat man sich bis 2022 angesehen, welche Grundlagen angepasst bzw. geschaffen werden müssen, um die Wärmewende in Wien umsetzen zu können.

Wesentlich sind 3 Grundpfeiler. Es braucht:

  1. Einen geeigneten bundes- und landesrechtlichen Rechtsrahmen,
  2. Investitionskostenzuschüsse und finanzielle Unterstützungen für Sanierungen und Heizungstausch und
  3. Hinreichend Fachkräfte, um die im Rahmen der Wärmewende erforderlichen Leistungen umzusetzen.

Mit dem Umsetzungsprogramm Raus aus Gas 1 wird aktuell an der Schaffung dieser Grundlagen gearbeitet. Mithilfe eines Wärmeplans wird aufgezeigt werden, wo in Wien welche Möglichkeiten bestehen, auf emissionsfreie Wärmeversorgungstechnologien zu wechseln. Die Trägerrakete der Wärmewende ist in Wien die Fernwärme. Wo Fernwärme aus heutiger Sicht nicht darstellbar ist, werden Nahwärmelösungen oder Versorgungen einzelner Gebäude auf Basis von Wärmepumpenlösungen forciert.

 Mittels „100 Projekte Raus aus Gas“ wird aufgezeigt, wie die Dekarbonisierung unterschiedlicher Gebäude in der Realität funktioniert.

Ab 2026 wird dann aufbauend auf den geschaffenen Grundlagen und mit den Erkenntnissen, die man aus den 100 Demonstrationsprojekten gewinnen konnte, der große Rollout über die Stadt angestrebt.

Welche großen Probleme ergeben sich in Wien beim Wechsel der Wärme- und Kälteversorgung? Wie geht die Stadt mit diesen Herausforderungen um?

Es gibt sowohl soziale als auch technisch-wirtschaftliche Herausforderungen. Eine der größten Herausforderungen wird es sein, die Bevölkerung Wiens von den Vorteilen des Umstiegs zu überzeugen. Dazu wird es, ein neue Förderprogramme für die Sanierung der Gebäude als auch den Wechsel der Heizungssysteme geben. Ziel ist es, Wohnen in Wien leistbar zu halten. Von der technischen Seite her betrachtet, stellt der weitere Ausbau der Fernwärme eine herausfordernde Koordinationsaufgabe dar. Der Platz ist speziell in den inneren Bezirken, aber nicht nur dort, sehr eng und es gibt bereits jetzt sehr viele Einbauten im Wiener Untergrund, die in Raumkonkurrenz zu Fernwärmeleitungen stehen.

Dort wo verstärkt Wärmepumpenlösungen zur Anwendung kommen sollen, muss vielfach das Stromnetz ertüchtigt werden, was auch wieder eine komplexe Einbautenkoordination nach sich zieht. Gleichzeitig birgt die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur aber auch wieder großes Potenzial für eine Neugestaltung des öffentlichen Raums.

Um die induzierten Investitionsbedarfe bewältigen zu können, arbeiten Finanzexpert*innen der Stadt Wien bereits jetzt sehr intensiv an der Schaffung von geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten und passen bestehende Förderungsangebote im Sinne der Zielerreichung weiter an.

Zuletzt soll noch erwähnt werden, dass auch die Unterstützung der Österreichischen Bundesregierung nötig sein wird. Es gibt einige Gesetzesmaterien (wie zum Beispiel das Mietrecht oder das Gaswirtschaftsgesetz), die angepasst werden müssen. Und nach der Kompetenzrechtlichen Aufteilung zwischen Bund und den Ländern muss hierbei der Bund tätig werden.

Gibt es bereits erste Pilotprojekte in Wien, die innovative Lösungen für klimafreundliche Wärme und Kälte erproben? Könnten Sie uns ihre bisherigen Ergebnisse oder Erfahrungen teilen?

Ja, die gibt es tatsächlich. Die Stadt Wien – Energieplanung (Magistratsabteilung 20), betreut die erwähnte Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“. Diese dokumentiert, wie verschiedene Gebäude mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf emissionsfreie Wärmeversorgungssysteme umgerüstet wurden. Dabei werden nicht nur technische Aspekte beleuchtet, sondern auch finanzielle und soziale Beweggründe aufgezeigt, die ausschlaggebend für die Transformation waren.

Um die Bandbreite an bereits erfolgten Umsetzungen zu umreißen, sei angeführt, dass unter den 100 Projekten bspw. ein Gründerzeithaus im 2. Bezirk zu finden ist, das auf Passivhaus-Niveaus saniert wurde. Bei diesem wurde die ursprüngliche fossile Wärmeversorgung nachträglich auf eine Grundwasserwärmepumpe umgestellt.

Ein anderes Beispiel zeigt einen gründerzeitlichen Block im 17. Bezirk, bei dem mehrere Gebäude thermisch-energetisch ertüchtigt wurden und nunmehr mithilfe eines gemeinsamen Anergienetzes (kalte Fernwärme) unter Nutzung von Erdwärme und Solarenergie versorgt werden. Durch den Einbau von Niedrigtemperatur-Wärmeabgabesystemen ist es in den Wohnungen nun auch möglich, einer sommerlichen Überwärmung entgegenzuwirken.

Die Technologien, um Gebäude hocheffizient und umweltschonend zu beheizen, bestehen alle seit Langem. Nun gilt es, diese auch flächig zur Anwendung zu bringen und unseren Bestand nicht nur in die energietechnische Gegenwart zu holen, sondern die Stadt zukunftsfit zu machen.

 

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3 Fragen an…

In unserer Reihe „3 Fragen an“ haben wir im Zuge des Smart City Forums „Raus aus Gas“ Herrn Erik Sewe von den Hamburger Energiewerken 3 Fragen dazu gestellt, wie Hamburg bis 2045 mit der Elbe seinen Weg zur Klimaneutralität gestaltet.

Im Zeitalter, in dem Klimawandel und Energieeffizienz an oberster Stelle stehen, hat Hamburg die Einzigartigkeit seiner Wasserlandschaft erkannt. So soll die transformative Kraft der Elbe im zukünftigen Energiepark Tiefstack genutzt werden. Erik Sewe gestaltet in der Systemplanung und Innovation die Wärmewende der Hamburger Energiewerke GmbH mit. In „3 Fragen an“ erfahren Sie, wie Hamburg bis 2045 seinen Weg zur Klimaneutralität gestaltet und von der Elbe als regenerativer Energiequelle profitiert.

Was sind die Hauptunterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Hamburger und der Wiener Energieversorgung, insbesondere in Bezug auf Energiequellen?

Die Netze beider Städte versorgen viele Bürger*innen sowie Unternehmen mit Wärme. Sowohl in Wien als auch in Hamburg tragen Dekarbonisierung und Wachstum der Wärmenetze einen entscheidenden Teil dazu bei, um die jeweiligen Klimaziele zu erreichen. Bis 2045 setzen wir schrittweise die Klimaneutralität um, vergrößern das Netz und weiten das Erzeugerportfolio aus. Das erreichen wir unter anderem durch den Bau von Wärmepumpen. Diese werden Wärme aus der Elbe, aus industriellen Prozessen oder aus Abwasser entnehmen und für die Fernwärme nutzbar machen. Die thermische Abfallbehandlung wird in der klimaneutralen Versorgung einen signifikanten Anteil beitragen. Aktuell treiben wir der Kohleausstieg in Hamburg mit viel Energie voran.

Inwiefern spielt die Elbe eine wichtige Rolle bei der Hamburger Energiewende, und könnte ein ähnlicher Ansatz mit der Donau auch in Wien umgesetzt werden?

 An der Elbe haben wir logistisch sehr gut angebundene Kraftwerksstandorte. Darüber hinaus wird das Elbwasser eine wichtige Wärmequelle für unsere Großwärmepumpen sein, mit der wir einen großen Teil der Mittellast der Fernwärme decken werden. Laut meiner Kenntnis kann in Wien schon neben dem Kühlwasser des Kraftwerks Simmering auch die Umgebungswärme des Donaukanals als Wärmequelle dienen.

Welche Technologien werden in Hamburg aktiv gefördert, um die Energiewende zu unterstützen und den geplanten Kohle-Ausstieg zu erreichen?

Das breite Angebot steht einem starken Wandel gegenüber. Aus den vielen Fördermöglichkeiten möchte ich eine herausgreifen: Für die Transformation der Wärmenetze gibt es seit Ende 2022 das Programm Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Dieses unterstützt eine Vielzahl von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Module reichen von der Erstellung von Machbarkeitsstudien und Transformationsplänen über die Förderung der darin erarbeiteten Maßnahmenpaketen bis hin zur Betriebskostenförderung für neu errichtete Wärmepumpen. Der Bund fördert dabei sowohl Erzeugungsanlagen als auch Netzmaßnahmen und Planungsleistungen.

 

 

 

 

 

 

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ASCR Smart City Forum „Raus aus Gas“

Wärmewende erfordert Technologie-Mix

Im Rahmen des „Smart City Forum“ der Aspern Smart City Research GmbH, dem größten Energieforschungsprojekt Europas, kamen im Democenter in aspern SeestadtExpert*innen zusammen, um über eine saubere Energiezukunft zu diskutieren. Erik Sewe (Hamburger Energiewerke) führte mit einer Keynote in den Abend. Gemeinsam mit Moderator Harald Loos (Siemens Österreich AG) diskutierten Christian Bugl (Takeda), Daniela Huber (Sozialbau AG), Matthias Gressel (ASCR) sowie Gregor Glatz (Siemens Österreich AG) über Raus aus Gas-Strategien. Thomas Kreitmayer (Stadt Wien) gab abschließend Einblicke in die ambitionierten Pläne der Stadt. Des Weiteren erhielten die Teilnehmer*innen in kurzweiligen Impulsvorträgen Einblicke in die Ergebnisse von drei Forschungsprojekte der ASCR.

Von etwa einer Million Wiener Haushalten werden bereits 400.000 per Definition mit klimaneutralen Energielösungen beheizt. Die verbleibenden 600.000 müssen bis 2040 auf saubere Energiequellen umgestellt werden. „Um die Wärmewende bis 2040 zu gestalten, ist es wichtig, sämtliche Stakeholder entlang der Energieversorgung mitzudenken und über den Tellerrand hinauszublicken, sich auszutauschen und offen für Neues zu sein“, betonten Matthias Gressel und Georg Pammer, Geschäftsführer der ASCR, in ihrer Begrüßung.

Hamburg verabschiedet sich von Kohle

Was für Wien „Raus aus Gas“ heißt, ist für Hamburgs Fernwärme „Raus aus Kohle“ – Hamburgs Stadtnetz wird heute zu großen Teilen durch Kohle versorgt. Damit einhergeht ein umfassender Ersatz der beiden Hamburger Kohleheizkraftwerke durch zwei neue modulare Erzeugerparks, die den vollständigen Kohleausstieg bis spätestens 2030 gewährleisten. So entsteht am Standort in „Tiefstack“ ein Energiepark, für den das Heizkraftwerk Tiefstack auf den wahlweisen Einsatz von Erdgas oder nachhaltige, holzartige Biomasse umgestellt wird, um die Wärmeversorgung bedarfsabhängig und damit vorwiegend im Winter abzusichern. Damit profitiert Tiefstack von der bereits vorhandenen Infrastruktur. Der überwiegende Teil der Wärme von zirka 70 bis 80 Prozent wird durch klimaneutrale Wärmequellen erzeugt, darunter Abwärme aus Industrie und Müllverwertung. „Herzstück des Energieparks Tiefstack bilden zwei große Flusswärmepumpen. Sie sollen allein rund 130.000 Hamburger Haushalte klimaneutral versorgen“, rechnet Erik Sewe, Innovation und Systemplanung bei Hamburger Energiewerke, vor.

Wien schafft Grundlagen für Wärmewende

Wien beabsichtigt, bis 2040 fossile Abhängigkeiten in der Raumwärmebereitstellung zu überwinden. Wesentliche Grundlagen dazu bestehen in einem geeigneten Rechtsrahmen, einem langfristigen Finanzierungsplan, der Schaffung von gezielten Förderungen und Maßnahmen zur Qualifizierung von ausreichend Fachkräften, so Thomas Kreitmayer, Programmkoordinator „Raus aus Gas“ der Stadt Wien. Die technische Trägerrakete der Wärmewende besteht in der Fernwärme, da über diese klimafreundliche Wärme auch in historische, dicht besiedelte Stadtteile transportiert werden kann, wo umfassende Sanierungen nicht flächendeckend umsetzbar sind und daher eine Versorgung mit erneuerbaren Energien vor Ort nicht darstellbar ist. Im dichtbebauten Stadtgebiet wird Fernwärme die zukunftsfähigste Heizform sein und seit Jahren laufend ausgebaut. In weniger dicht besiedelten Bereichen und Randgegenden werden Wärmepumpenlösungen angestrebt, die neben Umweltwärme auch die Abwärme von Gewerbe und Industrie nutzen können. Das Ziel sei, bis 2025 die erforderlichen
Grundlagen zu schaffen, mithilfe einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit über das Vorhaben zu informieren und Erfahrungen aus pilothaften Umsetzungen zu gewinnen. Basierend darauf soll ab 2026 der Rollout über die gesamte Stadt beginnen.

Herausforderungen auf vielen Ebenen: Von Bestandssanierung über soziale Fragestellungen bis hin zur
Netzinfrastruktur

Die Dekarbonisierung einer Millionenstadt erfordert zahlreiche Schritte. Als Systembetreiber wie Siemens gehe es vor allem um die Energieverteilung und sinnvolle Nutzung der Energie. „Wir müssen uns sehr stark auf die Revitalisierung von Gebäuden fokussieren und sicherstellen, dass Gebäude effizient betrieben werden“, erklärt Gregor Glatz, Head of Siemens Niederösterreich. So habe die ASCRForschung gezeigt, dass bei modernen Gebäuden Softwarelösungen unter Anwendung von künstlicher Intelligenz Potenziale heben könne. Bei Bestandsobjekten liege aber der größte Hebel in der wärmegerechten Sanierung, so der Experte weiter.

Christian Bugl, Head of EHS, Ethics & Compliance, Sustainability bei Takeda, betonte, dass die größte Herausforderung in der Energiewende in der Verfügbarkeit des Stroms liegt. Der Rückgang des Gasverbrauchs wird einen gleichzeitigen Anstieg des Bedarfs an elektrischer Energie mit sich bringen. Bugl dazu: „Wir werden Energieverbünde benötigen, um so wenig Strom wie möglich zu verbrauchen.“ Standortpolitische Faktoren würden für die Energieversorgung von Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, wobei lokale Netzwerke und Energieverbünde eine entscheidende Funktion übernehmen können. Das zeigt sich auch am Bau des neuen Forschungs- und Entwicklungslabors von Takeda in aspern Seestadt. Bei diesem Gebäude wurde besonders auf Energieeffizienz und den Einsatz sauberer Energiequellen gesetzt. Dabei wird Dampf durch Prozessoptimierung so gut wie möglich vermieden und dieser Restdampf mittels Stroms erzeugt, sodass auf einen Anschluss an das Gasnetz verzichtet werden konnte. Der Standort sowie die hervorragende Infrastruktur in aspern Seestadt erfüllen diese Anforderungen in idealer Weise.

Schließlich sei auch für die Sozialbau AG nicht nur der ökologische Gedanke ein Treiber, sondern auch die gesellschaftliche Verantwortung von großer Bedeutung. „Es ist unsere soziale Verantwortung, die Menschen nicht im Stich zu lassen, insbesondere angesichts steigender Energie-Preise“, ergänzt Daniela Huber, Abteilungsleiterin der Sozialbau AG. Matthias Gressel, ASCR Geschäftsführer fasst die Herausforderungen zusammen, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten. „Wir werden einen Mix verschiedener Technologien benötigen. Die Belieferung mit CO2-neutraler Energie ist der letzte Schritt einer Reihe von Maßnahmen, von denen der Ausbau der Netzinfrastruktur ein wichtiger Meilenstein ist“, erklärt Gressel.

Vor dem entspannten Netzwerkabend präsentierten Stefan Lendl, Projektleiter Energieprojekte und – konzepte bei Wien Energie, und Lukas Hammerer, Forschungsexperte bei Wien Energie, Ergebnisse aus drei Use Cases der ASCR.

Wissenstransfer von Neubau zum Bestand

Im Use Case 5b „Fußbodenkühlung“ wurden deutliche Erfolge mit einer alternativen Nutzung der Fußbodenheizung erzielt – im Rahmen des Projektes wurden ausgewählte Wohnungen durch die Fußbodentemperierung im Mittel um über 2 Grad im Sommer gekühlt. Die gewonnenen Erkenntnisse legten die Basis, dieses Wissen auch für neue Forschungsanlagen zu nutzen. Im Use Case 5a untersuchte das Team rund um Forschungsleiter Stefan Lendl die lokale Nutzung von Abwärme, also der Warmwasseraufbereitung im Haus, die regionale Nutzung – nämlich das Fernwärmenetz als Wärmestraße, und zuletzt auf saisonaler Ebene, die Geothermie als Wärmespeicher. Die Ergebnisse aus verschiedenen Lösungsansätzen im Neubau bilden ein stabiles Fundament für die Umsetzung in Bestandsgebäuden im Zuge der Wärmewende.

Dekarbonisierung möglich, intelligentes Lademanagement für E-Mobilität notwendig

Im Use Case 9 „Dekarbonisierung“ rund um Forschungsleiter Lukas Hammerer, entwickelte das ASCRForschungsteam ein „Bottum-up“- Modell, welches die CO2-arme Energieversorgung und ihre Wirkung auf das Niederspannungsnetz veranschaulichen soll. In fünf verschiedenen Referenzgebieten wurden die Bedingungen für die zukünftige Dekarbonisierung untersucht und anschließend auf Wien skaliert. Diese Gebiete zeichneten sich durch vielfältige Infrastrukturen aus, um sämtliche Aspekte einer Großstadt zu berücksichtigen. Sie reichten von historisch geprägten Gründerzeithäusern und Gemeindebau über gemischte Stadtteile bis hin zu dicht bebauten urbanen Gebieten sowie Wohnvierteln mit Kleingärten und Einfamilienhäusern. Die Ergebnisse zeigen: In Summe sollten Wärme- und Energiebedarf von Gebäuden sinken, beispielsweise durch Effizienzsteigerung, Sanierung und Neubau. „Elektromobilität spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Dekarbonisierung. Wenn das Laden nicht intelligent gesteuert wird, führt dies zu erheblichen Anforderungen an den Netzausbau, während intelligentes Laden solche Ausbaumaßnahmen minimieren kann“, betonte Hammerer abschließend.

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Neue App, noch mehr Daten

Die Stromnetze stehen durch die Integration von E-Mobilität vor großen Herausforderungen. Denn: Laden viele Autos gleichzeitig, muss das Netz zusätzlichen Strom zur Verfügung stellen. Smarte Ladestationen können helfen, das Netz zu entlasten. Der Use Case 11 „Smart-Charging“ zielt genau darauf ab: Es soll eine Infrastruktur zur optimierten Lastverteilung in E-Ladevorgängen entwickelt werden, ohne dass die Nutzer*innen dabei Komforteinbußen erfahren.

Die intelligente Lade- und Regelungsinfrastruktur im Seehub in der ASCR, weiß zu jeder Zeit, wie viel Strom auf dem Dach erzeugt wird und wie stark das Stromnetz ausgelastet ist.

Das Forschungsteam rund um Use Case-Leiter Michael Schuff hat nun eine neue App eingeführt, die alle relevanten Smart-Charging-Parameter berücksichtigt. Die Anzahl der Testpersonen steigt weiter an. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass das Laden zunächst mit geringerer Leistung beginnt und später auf eine höhere Leistung angehoben wird. Diese Erkenntnis ermöglicht nun eine gezielte Planung der Ladevorgänge mithilfe des „DEOP“-Systems. Distributed Energy Optimization (DEOP) ist eine cloudbasierte Software zur effektiven Verwaltung verteilter Energieressourcen.

Seit Dezember 2022 unterstützt Christian Oberbauer vom Forschungsunternehmen BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH das Forschungsteam des Use Case 11 „Smart Charging“. Als Researcher im Bereich „Mikronetze und smarte Energiesysteme“ koordiniert er unter anderem die Integration von Ladeinfrastruktur im „Microgrid Forschungslabor für 100 % dezentrale und erneuerbare Energieversorgung“ am Standort Wieselburg in Zusammenarbeit mit Wien Energie zur Erforschung von intelligentem Lademanagement von E-Autos. Durch die aktive Mitarbeit am ASCR Testbed SEEHUB wurden so die neue Schnellladestation „SICHARGE-D“ der SIEMENS installiert, die aktualisierte ASCR Smart Charging App ausgerollt und die Parkplatzsensoren erfolgreich getestet.

Die dynamische und flexible Kompaktladesäule SICHARGE D berücksichtigt intelligent den individuellen Leistungsbedarf der Elektrofahrzeuge und ermöglicht somit optimierte Ladezeiten.

Parallel werden verschiedene Parksensoren getestet und mit den Ladedaten verglichen, um herauszufinden, welche Sensorentypen am besten funktionieren. Denn auch die Zuverlässigkeit der Sensoren ist von besonderer Bedeutung für eine intelligente Ladeinfrastruktur.

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ASCR entwickelte Regler für größtes Hybridkraftwerk Österreichs

Energiewende: Kleines Kästchen, große Wirkung

Hybride Kraftwerke, die erneuerbare Energie aus mehreren Quellen wie Sonne oder Wind gewinnen, können Strom konstanter in das Netz einspeisen. Seit Jahresbeginn ist das größte Hybridkraftwerk Österreichs in Trumau am Netz. Mehrere Kleinkraftwerke versorgen dort über 17.400 Haushalte mit sauberem Strom aus Wind und Sonne. Möglich macht das ein im Rahmen der Aspern Smart City Research (ASCR) entwickelter Hybridregler. Dieser kann den Kraftwerkspark von Wien Energie intelligent und selbstständig regeln und damit wechselnde Wetterbedingungen netzstützend ausgleichen.

Im Hybridkraftwerk „Trumau“ von Wien Energie befinden sich 17.888 PV-Paneele, mit einer Fläche von rund 13 Fußballfeldern und ein Windpark mit acht Windrädern. Diese Kraftwerke steuert ein im Rahmen der Aspern Smart City Research, dem größten Energieforschungsprojekte Europas, entwickelter Hybridregler. Ein ASCR-Forschungsteam hat gemeinsam mit Wien Energie und Siemens eine Software konzipiert, die Erzeugungseinheiten smart steuern und technischen Vorschriften des Netzes erfüllen kann. Die Besonderheit: Erstmals wurde ein solcher Regler in ein hybrides Kraftwerk dieser Größenordnung implementiert. Dieser kann nun für zukünftige Hybridkraftwerke genutzt und damit den Umstieg auf saubere Energieversorgung maßgeblich vorantreiben. Dafür wurde im Rahmen des ASCR-Forschungsprogramms eine Konformitätssimulation sowie -analyse durchgeführt. Dabei geht es darum, sicherzustellen, dass der Anschluss des Hybridkraftwerk vollständig umgesetzt wird.
„Durch die Kombination von Wind- und Solarenergie lässt sich die bestehende Netzinfrastruktur noch effizienter einsetzen. Mehrere Kleinkraftwerke bringen jedoch auch zusätzliche technische Anforderungen mit sich“, erklärt Alma Kahler, Geschäftsbereichsleiterin Asset Entwicklung und Management von Wien Energie. Schließlich zieht die zentrale Netzanschlussstruktur einen individuellen Netzanschluss für jedes einzelne Kraftwerk vor. Das führe zu erheblichen Infrastrukturkosten, so die Expertin.

Mehrere Energieträger zur Stromerzeugung

Seit Jahresbeginn speist Trumau rund 27,6 Megawatt aus Windenergie und 9,7 Megawatt aus der PV-Anlage für mehr als 17.000 Haushalte ein. Im Gegensatz zu Großkraftwerken erzeugt ein Hybridkraftwerk Energie aus verschiedenen sauberen Quellen wie Solarenergie oder Windkraft. Durch die Kombination verschiedener regenerativer Energiequellen wird die vorhandene Netzinfrastruktur optimal genutzt. So treten bei Sonnen- oder Windenergie sogenannte Gleichzeitigkeiten selten auf: ein sonniger, aber windiger Tag ist eher die Ausnahme. Durch die vermehrte Einspeisung von Kleinkraftwerken aus unterschiedlichen Energieträgern ist das Hybridkraftwerk damit in der Lage, viel konstanter Strom zu erzeugen als einzelne Photovoltaik- oder
Windparks. Wird mehr Energie geliefert, als gerade benötigt wird, kann dieser zwischengespeichert
und bedarfsgerecht zugeführt werden.

Ohne Regler dürfte das Kraftwerk nicht ans Netz gehen

„Damit ein Kleinkraftwerk ans Netz gehen darf, muss es denselben technischen Anforderungen entsprechen wie Großkraftwerke“, weiß Kahler. Darunter fällt etwa die TOR. Dieses technische Regelwerk legt technische und organisatorische Regeln (TOR) für Betreiber und Benutzer von Netzen fest. Sie definieren beispielsweise Standards, wie die verschiedenen Netze miteinander verbunden und genutzt werden können. Damit Hybridkraftwerke alle Vorgaben gemäß der TOR erfüllen, leistet der ASCR-Regler einen zentralen Beitrag.

Hybridregler, ©ASCR/Andreas Tischler„Um Gleichzeitigkeiten zu vermeiden, die potenziell zu Überlastungen des Netzanschlusses führen könnten, kann der Hybridregler den Kraftwerkspark selbstständig und smart regeln“, so Robert Tesch, Leiter des Bereichs Elektrifizierung und Automatisierung bei Siemens Österreich. In Trumau sind zwei Windparks geografisch voneinander getrennt. Auch bei geringen Distanzen kann es  aber bereits zu unterschiedlichen Windverhältnissen kommen, die smarte Steuerung lotet diese Ungleichheiten jedoch aus. Die Umsetzung erfolgte in einer SICAM A8000. Das ist ein Automatisierungs- und Fernwirkgerät von Siemens, welches die Anforderungen für die Regelung der unterschiedlichen Einspeisetypen optimal unterstützen und gemäß der TOR darstellen kann.

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ASCR forscht an intelligentem Schutz fürs Stromnetz

Stromnetze fit für die Energiewende

Die intensive Einspeisung über erneuerbare Energiequellen und der Boom von Elektrofahrzeugen stellen Stromnetze vor Herausforderungen. Die Aspern Smart City Research GmbH (ASCR) hat zusammen mit einem Team aus Forschung und Industrie im Rahmen des Förderprojekts „PoSyCo“ von 2019 bis 2022 ein Konzept entwickelt, das die Netzsicherheit mittels neuer Tools noch weiter stärken soll. Im „Digitalisierungslabor“ werden erste Teile des Systems bereits erfolgreich von den Wiener Netzen unter realen Bedingungen eingesetzt. Durch die Forschungsarbeit der ASCR können wertvolle Ergebnisse gewonnen werden, die bei der Integration von dezentralen Energieerzeugungsanlagen und neuen Verbrauchern unterstützen und somit die bestehenden Netzkapazität optimal genutzt wird.

Die ASCR hat das Förderprojekt PoSyCo unter der Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) gemeinsam mit den Wiener Netzen, Siemens, der TU Wien, der TU Graz und der MOOSMOAR Energies OG entwickelt. Das Projektbudget betrug 3,7 Millionen Euro und wurde vom Klima- und Energiefonds mit 2,5 Millionen Euro gefördert.
Bisher war der Energieverbrauch der Bevölkerung passiv und damit gut abschätzbar. Immer mehr Menschen werden jedoch aktiver Teil der Energiewende, wie beispielsweise durch Energiegemeinschaften, den Anstieg von PV-Anlagen oder den Boom der Elektromobilität. Die Energiewende und die Umstellung auf erneuerbare Energien fordert die Stromnetzinfrastruktur, Netzbetreiber investieren daher vorausschauend, um die Netze noch weiter zu ertüchtigen. So untersuchte die ASCR im Förderprojekt „PoSyCo“ die Ausgestaltung der Stromnetze, um auch bei alternativen Energieformen und Energiegemeinschaften jederzeit Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Das von der ASCR im Projekt PoSyCo mitentwickelte Konzept der „SOFTprotection“ kann als intelligentes „Add-on“ für herkömmliche Netzschutzkonzepte dienen. Untersucht wird dabei, wie Stromnetze zu „Smart Grids“ werden können – und als automatisierte, vorausschauende und digitalisierte Systeme Probleme frühzeitig erkennen sowie durch implementierte Schutzfunktionen zu jederzeit Versorgungssicherheit garantieren.

Künstliche Intelligenz bewertet Störungen
Ein Ziel des Projekts war es, die bestehende Infrastruktur so auszurüsten, dass Leistungsspitzen vermieden und die Lasten jederzeit bestmöglich und effizient genutzt werden. „Mit den Entwicklungen im Rahmen von PoSyCo haben wir einen Werkzeugkasten für den zukünftigen Verteilnetzbetrieb geschaffen, der den komplexen Anforderungen der Energiewende bei gleichzeitiger Energieversorgungssicherheit gerecht wird“, sagt der Technische Koordinator und ASCR Projektleiter Alfred Einfalt, Principal Key Expert bei Siemens. Das SOFTprotection-System kann Störungen identifizieren, indem es Daten sammelt, Fehlerberichte empfängt und diese entsprechend analysiert. Das intelligente System vermag selbst zu erkennen, welches Problem vorliegt und wie kritisch es einzustufen ist. Die im Rahmen des Forschungsprojekts definierte Rolle des „SOFTprotection Operator“ bewertet dann die aufbereitete Situation und entscheidet, ob es das Netz weiter beobachten soll oder ob eine*n Techniker*in vor Ort benötigt wird. Dies unterstützt Netzplaner*innen und Netztechniker*innen bei ihrer Arbeit, da sie dankkontextspezifischer Information schneller reagieren können.

Gebäude der aspern Seestadt ausgestattet mit Sensoren
Getestet wird die SOFTprotection von den Projektpartner*innen gemeinsam mit der ASCR in einem realen Stromnetz. Die aspern Seestadt bietet für eine derartige Forschung die besten Bedingungen: Intelligente Gebäude (Smart Buildings) werden mit dezentral bereitgestellter Energie versorgt, wie beispielsweise in der Wohnhausanlage D12 oder im Schulcampus D18A, wo Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Auch die Stromnetze sind mit Sensoren ausgestattet, so dass sich verfügbare Netzkapazität jederzeit analysieren lassen und der Energieverbrauch bewertet werden kann. Weiterführende Tests und Evaluierungen der Lösungen wurden von den Projektpartnern Austrian Institute of Technology, TU Graz und TU Wien sowohl in deren Labors als auch mittels Simulationen erfolgreich durchgeführt.

Praxisrelevante Forschung: Digitalisierungslabor der Wiener Netze
Im Rahmen von PoSyCo wurde ein Digitalisierungslabor, das Smart Grid Lab, geschaffen, das der ASCR ermöglicht, Forschungsergebnisse mit Anwender*innen und Projektpartner*innen zu teilen. Die Wiener Netze simulieren dort unter realen Bedingungen verschiedene Probleme und Störungen, um sie noch schneller zu erkennen und zu beheben. So können die Integration der Prozesse, der Einbau und Anschluss der erforderlichen Messtechnik sowie die Verarbeitung und Visualisierung der Daten live erlebt werden. „Als Stromnetzbetreiber tun wir alles, um die Energiewende zu ermöglichen. Unsere Netze sind hier ein wichtiger Hebel. Das Digitalisierungslabor hilft uns, unsere Netzinfrastruktur noch widerstandsfähiger zu machen und auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. So garantieren wir weiterhin Versorgungssicherheit“, sagt Roland Zoll von den Wiener Netzen. Das Projekt hat nicht nur Lösungen für einen sicheren Betrieb der unteren Netzebenen als Basis für die Energiewende hervorgebracht, sondern auch unter wissenschaftlichen Bedingungen gezeigt, wie technische und organisatorische Prozesse implementiert und gesteuert werden können.

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3 Fragen an…

In unserer Reihe „3 Fragen an“ haben wir diesmal Eva Dvorak, Leitung der Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften in Österreich im Klima- und Energiefonds, Fragen zu Energiegemeinschaften gestellt.

Welche Rolle spielen EGs in der zukünftigen Energielandschaft?

Für eine zentrale Rolle von Energiegemeinschaften in unserer Energielandschaft spricht natürlich viel – herausheben möchte ich hier drei ganz wesentliche Punkte:

Erstens: Energiegemeinschaften sind gut für‘s Klima. Österreich möchte bis 2040 klimaneutral werden und schon 2030 soll der Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Energiegemeinschaften bieten Privatpersonen, Gemeinden und Unternehmen die Möglichkeit, diese Energiewende aktiv mitzugestalten und  das Klima zu schützen.

Zweitens: Energiegemeinschaften sind die ideale Lösung für jene, die ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen wollen. Die gemeinschaftliche, dezentrale Produktion von Energie macht die Energieversorgung auch krisensicher. Energiegemeinschaften machen sich von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt unabhängiger. Strom oder Wärme wird innerhalb der Energiegemeinschaft zu selbstbestimmten und stabilen Preisen geteilt. Das bringt mittel- bis langfristige Planungssicherheit.

Drittens: Nicht zuletzt erhöhen Energiegemeinschaften die regionale Wertschöpfung und schaffen Green Jobs. Durch die Errichtung der Anlagen vor Ort, aber auch durch den gemeinschaftlichen Energiehandel bleiben die Investitionen in der Region. Strom und Wärme werden durch Energiegemeinschaften zu wichtigen Gütern der Nahversorgung.

 

Vor welchen Herausforderungen stehen wir, um eine EG zu gründen?

Die rechtliche Grundlage für die Gründung von Energiegemeinschaften in Österreich wurde im Sommer 2021 durch das EAG beschlossen. Plant man die Gründung einer EG, dann lohnt sich zunächst auch Blick auf www.energiegemeinschaften.gv.at – dort stehen Erklärvideos, Broschüren, Ratgeber und Verträge sowie eine Sammlung detaillierter Fragen zum Thema Energiegemeinschaften (FAQs) zur Verfügung. Und auch die Beratungsstellen in den Bundesländern stehen allen, die eine Energiegemeinschaft gründen wollen, beratend zur Seite.

Bis Anfang 2023 wurden knapp 300 Energiegemeinschaften (EG) in Österreich gegründet – Tendenz stark steigend. Das Modell funktioniert, das Interesse an Energiegemeinschaften ist extrem groß.

Die Landkarte zeigt eingetragene Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG).

 

Wie werden sich EGs zukünftig entwickeln?

Wir sind in Österreich, was die Gründung von Energiegemeinschaften anbelangt, sehr weit vorne. In den letzten 2 Jahren wurden rund 300 Energiegemeinschaften gegründet. Im nächsten Schritt werden Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) vorangetrieben. Diese dürfen im Gegensatz zu EEGs nur Strom erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen – Wärme ist hier ausgeschlossen. Aber eine BEG kann sich über die Konzessionsgebiete mehrerer Netzbetreiber in ganz Österreich erstrecken – was natürlich enorm attraktiv ist. Ab dem Herbst 2023 werden BEGs in vollem Umfang möglich sein. Und mit Anfang 2024 ist auch eine Mehrfachteilnahme möglich, d. h. Verbraucher*innen und Erzeuger*innen können an mehreren Energiegemeinschaften und gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen teilhaben. Sie sehen – Energiegemeinschaften sind ein sehr dynamischer und spannender Markt. Ich kann nur jeden und jede aufrufen, sich zu informieren und wenn möglich eine Energiegemeinschaft zu gründen.

 

 

 

 

 

 

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ASCR Smart City Forum zu Energiegemeinschaften

Demokratisierung des Energiemarkts

Am Mittwoch, 22. März 2023, fand die zweite Ausgabe der ASCR-Eventreihe „Smart City Forum“ in aspern Seestadt statt. Die ASCR (Aspern Smart City Research) ist Europas größtes und innovativstes Energieforschungsprojekt. Eva Dvorak (Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds) führte mit einer Keynote in den Abend. Gemeinsam mit Moderator Harald Loos (Siemens) diskutierten Magdalena Gerzer (Wien Energie), Bernadette Fina (AIT Austrian Institute of Technology), Eva Dvorak und Mario Leitner (Wiener Netze) die aktuellen Herausforderungen und Chancen von Energiegemeinschaften. Die 60 Teilnehmer*innen wurden zudem in kurzweiligen Impulsvorträgen über die erste erneuerbare Energiegemeinschaft der ASCR im Donaupark und Netzentlastung durch Interaktion mit Kund*innen informiert.

Energiegemeinschaften erzeugen gemeinsam Energie, um sie in der Gemeinschaft zu nutzen, also sie an ihre Mitglieder zu verteilen. So kann Energie über Grundstücksgrenzen hinweg genutzt werden und das ohne Gewinnorientierung und zu fairen Preisen. „Energiegemeinschaften werden wichtige Akteure im Energiesystem und eine große Rolle bei der Energiewende spielen. Deshalb forscht die ASCR dazu in einem eigenen Use Case“, so Matthias Gressel und Georg Pammer, Geschäftsführer der ASCR, in ihrer Begrüßung.

Georg Pammer, Matthias Gressel ©Andreas Tischler

„In Zukunft steht der Prosumer im Mittelpunkt“, führte Eva Dvorak, Leiterin der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds, weiter aus. Sie betonte darüber hinaus, dass Energiegemeinschaften einen wahren Meilenstein für die Energiewende und damit für den Klimaschutz darstellen. Denn erstmals, so die Expertin, erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, saubere Energie flexibel zu teilen und den Ausbau eines dezentralen Energiesystems zu ermöglichen.

Demokratisierung des Energiemarkts

„Durch Energiegemeinschaften kann die Bevölkerung ihre Energieversorgung selbst gestalten“, so Bernadette Fina, Wissenschaftlerin beim AIT – Austrian Institute of Technology. Sie bieten wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile und stärken den Zusammenhalt in der Gemeinschaft auf regionaler sowie lokaler Ebene und fördern die nationale Wertschöpfung. Mario Leitner, Hauptabteilungsleiter bei den Wiener Netzen, ergänzte, dass die Energiewende nur dann erfolgreich gelingen könne, wenn die Bevölkerung mitgenommen und somit sowohl an die Verteiler als auch die Erzeuger von Energie gedacht werde. „Energiegemeinschaften sind ein wesentlicher Teil der Demokratisierung des Energiemarktes und bieten ein aktives Beteiligungsmodell für alle. Energieversorger können mit gebündelten Kompetenzen sowohl Technologien als auch Dienstleistungen für Gründer*innen und Mitglieder anbieten und somit Zugangsbarrieren abbauen“, fasste Magdalena Gerzer, Projektleiterin für Energiegemeinschaften im New Business Development bei Wien Energie, die Vorteile zusammen.

Bernadette Fina, Mario Leitner, Harald Loos, Eva Dvorak, Magdalena Gerzer ©Andreas Tischler

 

Energiegemeinschaften für Klimaziele unerlässlich

Um Energiegemeinschaften zu realisieren und den Boom der Erneuerbaren zu bewältigen, müssen Netzbetreiber vorausschauend planen und die notwendige Infrastruktur ausbauen. „Da ist auch viel Aufklärungsarbeit über die Komplexität der Stromnetze notwendig, um breite Akzeptanz zu schaffen“, so Mario Leitner. Die Gemeinschaften sind ein Instrument zur autarken Energieversorgung, gleichzeitig werden Netzbetreiber eine zentrale Rolle bei der Datenerfassung und Einordnung spielen, um Netzkapazitäten jederzeit optimal bereitzustellen. Die Expert*innen waren sich einig, dass Energiegemeinschaften unerlässlich sind, um die Klimaziele zu erreichen. Die Bereitschaft der Bevölkerung wird dabei ausschlaggebend sein. Denn nur mit einer dezentralen Energieversorgung kann Österreich bis 2040 klimaneutral werden.

Bevor Moderator Harald Loos, Leiter der zentralen Forschungseinheit bei Siemens Österreich, die Gäste in den entspannten Ausklang des Abends schickte, präsentierten Christopher Kahler und Alfred Einfalt zentrale Forschungsergebnisse der ASCR.

ASCR Use Case 8: Gründung der „Ersten Erneuerbaren Energiegemeinschaft Donaupark“

Christopher Kahler, Use Case-Leiter und Experte bei den Wiener Netzen für technische Projekte im Bereich der Digitalisierung, präsentierte im Anschluss an die Podiumsdiskussion die aktuellen Ergebnisse des Use Case „Energiegemeinschaft“. In diesem Use Case werden die effiziente Nutzung von Netzkapazitäten, rechtlichen Rahmenbedingungen und Auswirkungen auf Stakeholder, Verbraucher*innen und Erzeuger*innen von Energiegemeinschaften erforscht. Im Rahmen des Use Case 8 wurde in Wien die „Erste Erneuerbare Energiegemeinschaft Donaupark“ mit Unterstützung der ASCR gegründet. Das Forschungsteam unterstützte bei der Planung, Einreichung, im laufenden Betrieb sowie bei der Abrechnung. „Die ASCR erreicht in der realen Anwendung die nächste Stufe der Datenanalyse. Ziel ist es, Energiegemeinschaften virtuell über das Stromnetz darzustellen, ein Dashboard zu erstellen und die Ergebnisse abzubilden. Energiegemeinschaften sind neue Marktteilnehmer, die sich weiterentwickeln werden“, so Kahler abschließend.

Netzentlastung durch Interaktion mit Kund*innen

In einem weiteren Impulsvortrag erklärte Alfred Einfalt, Principal Key Expert bei Siemens Österreich, die Notwendigkeit einer digitalen Kundenschnittstelle für den Netzbetreiber. Die zunehmenden Leistungsspitzen und der Trend zur Erhöhung von Gleichzeitigkeiten, wie beispielsweise das Laden von E-Autos am frühen Abend nach der Arbeit, stellen bewährte Netzplanungsregeln auf den Prüfstand. Um die vorhandene Infrastruktur effizient auszunutzen zu können, setzen Netzbetreiber neben dem Ausbau der Primärtechnik daher noch stärker auf Digitalisierung. „Die Netzbetreiber-Kunden-Interaktion wird ein wichtiger Baustein für die Wärme- und Mobilitätswende sowie für die Erreichung der Erneuerbaren-Ausbauziele sein“, erklärte Einfalt. „Kund*innen sollen durch direkte Interaktion mit den Netzbetreibern und anhand der zusätzlichen Informationen, welche sie erhalten werden, ihr Verhalten anpassen und so die Netzkapazitäten optimal nutzen.“

Energiegemeinschaften auf einen Blick

Lokal beschränkte Erneuerbare-Energie Gemeinschaft (EEG)
  • Lokale EEG (Netzebene 6 und 7 / Niederspannungsnetz)
  • Regionale EEG (Netzebene 4 und 5)

Mitglieder von EEGs können Privat- oder Rechtspersonen sein, Gemeinden, lokale Behörden oder auch KMUS. Sie müssen in der Nähe der Erzeugungsanlage angesiedelt sein.

Geografisch unbeschränkte Bürger*innengemeinschaft (BEG)
  • Darf nur elektrische Energie erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen
  • Ist nicht auf erneuerbare Energiequellen beschränkt und sich über mehrere Konzessionsgebiete in ganz Österreich erstrecken.

© Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds

Weitere Informationen zu Energiegemeinschaften finden Sie hier.

Weitere Grafiken finden Sie hier im Downloadbereich.

© Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds