Internationale Energieexperten treffen sich aktuell in Wien bei der Smart Energy Systems Week Austria (SESWA), um sich über disruptive Veränderungen in der Energieinfrastruktur auszutauschen. Alljährlich werden herausragende Leistungen im Bereich angewandte Forschung und Entwicklung ausgezeichnet. Die Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research (ASCR) wurde am Mittwoch mit dem „Smart Energy Systems Award“ in der Kategorie „Tech Solution“ prämiert. Das von der ASCR eingesetzte Gebäudemanagementsystem optimiert die Energiekosten eines Gebäudes und bietet Flexibilitäten für Energiemärkte an.

Zum bereits zehnten Mal findet diese Woche in Wien die Veranstaltungsreihe Smart Energy Systems Week Austria (kurz SESWA) statt, wo sich internationale Experten zum Leitthema „Energieinfrastruktur als Konsumgut?“ austauschen. Die SESWA zählt zu den traditionsreichsten und renommiertesten Fachforen der Energie- und Technologie-Community. Veranstaltet wird sie vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), dem Klima- und Energiefonds und der Wiener Magistratsabteilung 20 – Energieplanung gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Energiewirtschaft, Industrie und Kommunen.

Award für Forschungsarbeit der ASCR
Im Rahmen der SESWA werden alljährlich herausragende Leistungen im Bereich angewandte Forschung und Entwicklung ausgezeichnet, die maßgeblich zur Umsetzung smarter Energiesysteme beitragen. Einen der begehrten „Smart Energy Systems Awards 2018“ erhielt die ASCR, die im Wiener Stadtteil aspern Seestadt innovative Energielösungen für die Smart Cities von morgen entwickelt.


Für die ASCR nahmen Robert Grüneis, Geschäftsführer der ASCR, und Alfred Einfalt, Siemens AG Österreich, den Award in Empfang.
Im Bild v.l.n.r.: Robert Grüneis, ASCR; Alfred Einfalt, Siemens AG Österreich; Michael Paula, bmvit; Theresia Vogel, Klima- und Energiefonds; Foto: © Photo Simonis Wien

Die Vertreter der Wiener Forschungsgesellschaft durften am gestrigen Mittwochabend den Preis in der Kategorie „Tech Solution“ entgegennehmen: „Die ASCR präsentiert bei der SESWA intelligente Systeme zur Gebäudeoptimierung und zum Angebot von Flexibilitäten für Netz und Markt. Wir freuen uns, dass die Arbeit unseres Teams so großen Anklang findet und sind stolz, Preisträger zu sein“, betonten ASCR-Geschäftsführer Robert Grüneis und Georg Pammer.


Bundesminister Norbert Hofer mit den PreisträgerInnen des Smart Energy Systems Awards 2018.
v.l.n.r.: Alfred Einfalt, Siemens AG Österreich; Robert Grüneis, Aspern Smart City Research GmbH; Ralf Gazda, InnoSense AG; Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie; Petra Busswald, akaryon GmbH; Vera Enzi, Roger Hackstock, Verband Austria Solar; Bernadette Fina, AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Foto: © Photo Simonis Wien

Gebäude als Energiemanager
Durch den wachsenden Anteil dezentral erzeugter erneuerbarer Energie – Stichwort Energiewende – wird es immer schwieriger, Verbrauch und Erzeugung im Gleichgewicht zu halten. Smarte Gebäude werden in Zukunft bei dieser Herausforderung eine wichtige Rolle spielen. Denn sie werden nicht nur in der Lage sein, ihren Energieverbrauch selbst zu managen und zu optimieren, sondern auch Flexibilitäten anzubieten, die zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Dazu bedarf es eines Building Energy Management Systems (BEMS), das in regelmäßigen Intervallen Prognosen des Stromverbrauchs des Gebäudes und mögliche Flexibilitäten errechnet. So lässt sich prognostizieren, wann und wie viel Überschuss produziert und ins Netz eingespeist werden könnte.

Damit Gebäude an Regelenergiemärkten kostendeckend teilnehmen können, braucht es intelligente Stromnetze, welche über den Netzzustand nicht nur jederzeit Bescheid wissen, sondern auch Prognosen erstellen können. Zum Thema „Intelligente Netze für die Städte von morgen“ hält ASCR-Geschäftsführer Robert Grüneis am heutigen Donnerstag gemeinsam mit dem Forscher Alfred Einfalt von Siemens AG Österreich einen Vortrag vor dem internationalen Fachpublikum der SESWA.

Medieninformation zum Download im PDF-Format

Über die ASCR
Die Forschungsgesellschaft ASCR wurde von Siemens AG Österreich (44,1%), Wien Energie GmbH (29,95 %), Wiener Netze GmbH (20%), Wirtschaftsagentur Wien (4,66%) und Wien 3420 Holding GmbH (1,29%) ins Leben gerufen. Ein Kooperationsmodell in dieser Größenordnung ist bis dato einmalig. Bis 2018 steht ein Budget von 38,5 Millionen Euro zur Verfügung. Im Dezember 2017 wurde von den Eigentümern eine Verlängerung der Kooperation bis 2023 und weitere 45 Millionen Euro an Forschungsgeldern beschlossen.

Im Rahmen dieser Kooperation soll ein Teil der technischen Lösungen für die neue Energiewelt entwickelt werden, und zwar anhand der Daten realer Endkunden in einem neu errichteten Stadtteil. Dabei geht es um vorausschauende Gebäudeautomatisierungen und die Nutzung der Energie-Flexibilitäten der Gebäude u.a. am Energiemarkt. Die User werden proaktiv in die Entwicklungsarbeiten eingebunden. Ziel ist, entsprechende Produkte und Services zu gestalten und somit auch die Lebensqualität zu erhöhen. Weiters werden optimale Methoden der Erfassung des Netzzustandes und der Netzplanung entwickelt. Sämtliche Lösungen basieren auf einer übergreifenden IKT, für die die geeigneten Big-Data-Modelle entwickelt und erprobt werden.
Im Rahmen des Smart City Expo World Congress in Barcelona konnte sich die ASCR unter mehr als 250 Einreichungen aus 45 Ländern durchsetzen und einen von drei World Smart City Awards gewinnen. Die ASCR wurde als bestes Smart Project 2016 weltweit ausgezeichnet.