Smart ICT

Die Smart ICT nutzt unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien sämtliche aus den Gebäuden und dem Netz gewonnenen Daten (Temperatur, Raumluft, Stromverbrauch, Spannung etc.) sowie externe Daten (zum Beispiel Wetter oder andere Ereignisse), um das Zusammenspiel von bzw. die Wechselwirkungen zwischen Netz und Gebäude zu analysieren. Der entscheidende Faktor ist die verschränkte Betrachtung der Daten aus den unterschiedlichen Domänen.

Digitale Nachbildung der Realität

Das ASCR-Forschungsteam stellt mit den Daten aus dem realen Testfeld die Realität digital nach, um damit beliebige Energiekonzepte und Optimierungsmaßnahmen zu simulieren. Ziel ist es, skalierbare und umsetzbare Lösungen für den urbanen Energiehaushalt zu entwickeln. Eine Smart-ICT-Fragestellung lautet etwa folgendermaßen: Wie wirken sich verschiedene Strategien der Eigenverbrauchsoptimierung der Gebäude auf das Netz aus und umgekehrt, welchen Einfluss hat aktives Netzmanagement (der Einbau von Plug & Play-Technologie etc.) auf das Gebäude in puncto Bereitstellung von Flexibilitäten?

Selbstlernende Systeme

Da sich die Gebäudenutzung und die Netzauslastung ständig ändern, gilt es, die Modelle, auf denen die Simulationen fußen, kontinuierlich nachzujustieren. Mittels adaptiver Selbstlernalgorithmen verfeinern sich die Modelle und daher auch die gebäude- und netzinternen Steuermechanismen zusehends.

Welche Datenmodelle kommen zum Einsatz?

Um mit den enormen Datenmengen aus den verschiedenen Domänen umzugehen, werden Big-Data-Methoden angewandt. Dabei bieten sich – je nach Anwendungsbereich – unterschiedliche Datenmodelle an. Im Rahmen des ASCR-Forschungsprogramms werden sowohl große zentrale Datenmodelle als auch dezentrale Modelle im Stile des Software-Frameworks Hadoop getestet. Mit smarten Datenanalysen lassen sich Optimierungen im Bereich des Eigenverbrauchs oder der Energieverteilung erreichen und mögliche Probleme wie zum Beispiel Spannungsfluktuationen frühzeitig erkennen.

Kontakt:
Mag. Dr. Gerhard Engelbrecht
gerhard.engelbrecht@siemens.com

Testbed Smart ICT

Die Hauptkomponenten umfassen:
Zentrales Data Warehouse: Teradata DM670C (6x Dual Core Prozessor, 256 GB RAM, 12 RAID1 Disks mit 6 TB Kapazität, Hyper-V-Umgebung mit 25 virtuellen Systemen (556 GB RAM, 12 TB HDD)

»Wir bilden die Seestadt mit ihren realen Daten digital nach und können damit beliebige Energiekonzepte und Optimierungsmaßnahmen simulieren, um transferierbare Energielösungen für ganze Städte zu entwickeln.«

Mag. Dr. Gerhard Engelbrecht
Teilprojektleiter Smart ICT